Ursache von Scheidenpilz

Die Ursachen der Entstehung von Scheidenpilz können vielfältig sein. Schon im Normalzustand ist die Flora der Scheide unter anderem durch Pilze bewohnt. Ist das Säuremilieu in der Vagina allgemein in gutem Zustand sind diese jedoch nicht gefährlich. Viel mehr sind sie als sogenannte Saprobioten fester Bestandteil der Scheidenflora und wichtig für das Allgemeinwohlsein.
In dieser Flora befinden sich vor allem sogenannte Laktobazillen. Dies sind Bakterien die zur Kultur der Milchsäure gehören. Durch eben diese gutartigen Bakterien herrscht in der Scheide ein übersäuertes Klima. Dieser Schutz tötet im Normalfall eindringende Fremdkörper zuverlässig ab.
Wenn sich aber das Klima in der Vagina aber abändert, also der Säuregehalt abfällt und der pH-Wert neutraler wird, kann es aber zur Ansammlung von Hefepilzen kommen, die sich dann leichter vermehren können. Diese Pilze gehören nicht zur natürlichen Flora der Vagina. Durch sie wird eine Entzündung der Schleimhäute ausgelöst. Es kommt zum Vaginalpilz.

Diese Pilze finden sich auf alltäglichen Gegenständen oder auf Pflanzen. Vorher können sie schon andere Schleimhäute des Körpers treffen und sich dann Schritt für Schritt, beispielsweise durch Schmierinfektionen, bis zum Intimbereich ausbreiten.
Gründe für das Absenken des pH-Wertes können unter anderem Chlor im Wasser sein. Daher sollte nicht zu häufig in chlorhaltigem Wasser geschwommen werden.
Diese Änderung des ph-Wertes kann vor allem durch ein schwaches Immunsystem entstehen. Patienten, die chronisch unter einer schwachen Immunabwehr leiden sind beispielsweise Diabetiker, AIDS-Kranke oder Krebspatienten. Erstere sind vor allem betroffen, da der hohe Blutzuckergehalt einen idealen Nährboden für Pilze bietet. Daher sollten auch von gesunden Frauen stark zuckerhaltige Nahrungsmittel nur in Maßen konsumiert werden.
Aber auch bestimmte, möglicherweise sehr starke Arzneimittel können das Immunsystem oder die Flora der Scheide abschwächen. Ein Beispiel hierfür ist Antibiotikum, welches gegebenenfalls neben schädlichen Erregern auch gutartige Bakterien abtöten und somit das Gleichgewicht der Scheidenflora stören kann. Auch eine chronische Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse steht nicht selten im Zusammenhang mit Scheidenpilzinfektionen.
Hinzu können auch Schwankungen des Hormonspiegels als Ursache für Scheidenpilz kommen, die durch eine Schwangerschaft oder Verhütungsmittel wie die Pille ausgelöst werden.

Außerdem begünstigt auch starker Stress die Entstehung eines Scheidenpilzes. Auch undurchlässige und zu enge Kleider können die Belüftung des Schrittbereichs einschränken und so das Pilzwachstum begünstigen.
Andere Faktoren sind, wie schon Eingangs erwähnt, oftmals ungeschützter Geschlechtsverkehr oder unglückliche Pflege des Intimbereichs. Es sollte darauf geachtet werden, dass sich keine Erreger vom Enddarmbereich in den Intimbereich übertragen. Dies kann durch falsche Hygiene nach dem Toilettengang durch eine sogenannte Schmierinfektion passieren.

Dabei kann übertriebene Pflege des Intimbereichs sogar schlimmere Folgen haben als leicht nachlässige Hygiene. Schließlich wird durch zu häufige Intimpflege der natürliche Schutzmantel der Haut und Vagina stark geschwächt. Dazu tragen zum Beispiel kosmetische Lotionen und Cremes bei.
Auch durch Verhütungsmittel wie Zäpfchen oder spezielle Salben kann das säurehaltige Milieu der Vagina negativ beeinflusst werden. Gleitmittel, die nicht auf natürlichen Inhalten basieren reizen die Schleimhäute der Scheide gegebenenfalls auch zusätzlich.
Eine Ansteckung mit dem Scheidenpilz durch schlecht gereinigte öffentliche Toiletten ist nicht möglich. Auch in der Sauna oder im Schwimmbad kann es nicht zur Übertragung der Krankheit kommen. Nur sehr selten entsteht Pilz an der Vagina wenn persönliche Kleidungstücke oder Textilien von verschiedenen Menschen genutzt wurden.

Ursachen – Auf einen Blick

  • Die gesunde Flora der Scheide besteht unter anderem aus gutartigen Bakterien und Pilzen
  • Das gesunde, saure Milieu der Vagina sorgt dafür, dass Fremdkörper abgetötet werden
  • Meistens entsteht Scheidenpilz durch Ansammlungen von Hefepilzen der Art Candida albicans im Intimbereich
  • Durch Abfall des pH-Wertes in der Scheide werden Erreger nicht mehr zuverlässig ausgelöscht und eine Pilzinfektion begünstigt
  • Ist der Anteil der Milchsäurebakterien in der Vagina zu gering, können sich die Pilze ausbreiten
  • Das Klima der Scheidenflora kann sich beispielsweise durch ein schwache Immunsystem negativ verändern
  • Durch starke Medikamente oder Verhütungsmittel kann die Immunabwehr gesenkt werden
  • Chronisch Kranke wie Diabetiker, AIDS-Kranke oder Krebspatienten sind durch ein konstant schwaches Immunsystem in höherer Gefahr einer Scheidenpilzinfektion
  • Übertriebene Intimbereichhygiene durch parfümierte Produkte kann ebenfalls negativen Einfluss auf die Scheidenflora haben
  • Zuckerhaltige Nahrungsmittel und hoher Blutzuckerspiegel sind das ideale Milieu in dem Hefepilze sich vermehren können
  • Durch chlorhaltiges Wasser kann sich der Säuregehalt ebenfalls absenken
  • In öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern oder Saunen ist eine Ansteckung mit Scheidenpilz nicht möglich
  • Auch auf öffentlichen Toiletten kann man sich nicht mit Pilzen infizieren
  • In seltenen Fällen kann es zur Ansteckung und Infektion kommen, wenn Textilien oder (Intim-)Kleidung geteilt werden

zusätzliche Informationen über Scheidenpilz

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    • Das Neves; Pinto; Teixeira; Dias; u.a.: Local treatment of vulvovaginal candidosis: general and practical consideration, Fachliteratur, veröffentlicht in: Pubmed.gov, Wissenschaftliches Abstract, 2008
    • Hof: Vaginale Candidose, Fachliteratur, veröffentlicht in: Der Gynäkologe 39/06, Verlag Thieme, Wissenschaftliches Abstract, 2006
    • Missou, Madame: Frauenleiden verstehen & heilen – Blasenentzündlung, Scheidenpilz, Migräne, Menstruationsbeschwerden und PMS, Fachliteratur, ISBN 1-49-373884-4, Verlag CreateSpace Independent Publishing Platform, 2013
    • Gerhard, Ingrid: Das Frauen-Gesundheitsbuch: Symptome verstehen – Krankheiten behandeln. Wo Naturheilverfahren wirken, wann Schulmedizin nötig ist, Fachliteratur, ISBN 3-83-042261-X, Verlag Trias, München 2009
    • Beikert, Florian Chrostoph: Ursache und Therapie chronischer Vulvitisbeschwerden, PDF-Publikation, Dissertation, Universität Freiburg im Breisgau, 2007
    • Sobel: Culvovaginal candidosis, Fachliteratur, veröffentlicht in: Pubmed.gov, Wissenschaftliches Abstract, 2007