Was ist in Abszess?

Der Abszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung in einem neu gebildeten Gewebehohlraums. Er ist eine bekannten Krankheiten der menschlichen Haut. Diese umgangssprachlich „Eiterbeule“ genannte Schwellung entsteht durch eingeschmolzenes, abgestorbenes Gewebe und variiert in der Größe von kleinsten Punkten bis hin zu großen Flächen. Kleine Abszesse sind allen als Pickel bekannt. Ist die Entzündung so groß, dass das den Abszess umschließende Bindegewebe reißt, können Phlegmone, eine Ausbreitung der Entzündung auf ganze Bindegewebeflächen, entstehen.

Abszesse auf der Hautoberfläche werden auch Furunkel genannt. Dabei handelt es sich um ein entzündetes Haarbalg. Sind mehrere Haarbälge befallen, nennt man diesen Abszess einen Karbunkel.
Bei falscher Behandlung, zum Beispiel vorzeitiges selbständiges Ausdrücken, kann es in seltenen Fällen durch in die Blutbahn oder in die Lymphknoten gelangte Bakterien zu einer Blutvergiftung kommen. Dann ist die Gesundheit des Patienten akut gefährdet.

Fakten auf einen Blick:

Bild von einem Abszess - Illustriert
  • Abszesse sind abgekapselte Eiteransammlungen an der Hautoberfläche
  • Die Größe variiert vom kleinen Pickel bis zum großen handtellergroßen Eiterherd
  • Große Abszesse oder Gesichtsabszesse sollten unverzüglich ärztlich behandelt werden
  • falsche Behandlung kann zu einer bakteriellen Infektion und zur Blutvergiftung führen
  • Auch andere Krankheiten können dann durch den ursprünglichen Abzess ausgelöst werden

Gesichtsabszess

Patienten, die unter starker Akne leiden, sind für einen Abszess im Gesicht anfällig. Chronisches Leiden an akne inversa und ein schwaches Immunsystem können gefährliche Gesichtsabszesse entstehen lassen, die bei falscher Behandlung zu einer bakteriellen Infektion der Blutbahnen führen können. Dies kann sogar zu einer Gehirnentzündung führen, daher ist beim Abszess im Gesicht ist der Gang zum Arzt unvermeidbar. Nur durch eine anschließende, meistens stationäre Behandlung können schwerwiegende Komplikationen abgewendet werden.

Analabszess

Bei Entzündung der Proktodealdrüsen, die an der Grenze kurz vor der Schleimhaut des Anus lokalisiert sind, kann es zu einer Eiteransammlung am After kommen. Durch starkfrequentierten Stuhlgang oder durch Reibung des Toilettenpapiers können dort Wunden entstehen, die leicht zu Infektionen durch Bakterien führen können. Doch auch chronisches Leiden unter Darmerkrankungen (Morbus Crohn) erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Analabszesses. Dieser Abszess am Po unterscheidet sich von den klassischen Hämorrhoiden, da er meistens um eine Haarwurzel oder in Talgdrüsen entsteht, aber nicht an der Schleimhaut des Afters. In jedem Fall sollte eine Abszess am After jedoch frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden. In schlimmeren Fällen kann sich der Abszess am Po nämlich bis zum Steißbein ausbreiten und dann vor allem Probleme beim Sitzen bereiten.

Abszess im Intimbereich

Wenn bei falschem Putzen des Afters kleine Fäkalteilchen zur Scheide gelangen, kann es bei rissiger Haut oder Neurodermitis leicht zu Entzündungen und somit zu Abszessen kommen. Öfters entwickelt sich der Abszess im Intimbereich durch mangelnde Hygiene nach der Rasur, beispielsweise als Abszess an der Schamlippe oder als Abszess an der Leiste. Eine Sonderform ist der Douglas-Abszess, eigentlich ein Empyem, welches zwischen Scheide und Rektum entstehen kann. Von dieser empfindlichen Körperstelle aus kann auch ein Abszess am After entstehen.

Innerer Abszess

Neben äußeren, bakteriellen Eiteransammlungen auf der Haut können auch innere, sogenannte kalte Abszesse entstehen. Diese sind nicht bakteriell verursacht, sondern chronisch bedingt und können zum Beispiel die Lunge (pulmonale Tuberkulose), den Darm (morbus crohn) oder die Galle befallen. Doch auch nach schweren Operationen kann, selten und unvorhersehbar, dieser sterile Typ des Abszesses auftreten. Sehr selten können im Knocheninneren Abszesse gebildet werden, die aufgrund ihrer schlechten Behandlungsmöglichkeiten nur durch einen operativen Eingriff beseitigt werden können.

Medizinische Begriffe

Lateinischer BegriffArtBeschreibung
staphylococcus aureus
BakteriumHäufigste Ursache der Entzündung und somit Abszessbildung
Escherichia coli
BakteriumSeltener, für Abszesse verantwortlicher Erreger
Proteus mirabilis
BakteriumIn sehr seltenen Fällen der Grund für den Abszess
Akne inversa
Krankheitsbildbesonders schlimme Form der chronischen Abszesse bei Aknepatienten
EmpyemEntzündungAbszesse, die in bestehenden Körperhöhlen, wie Gelenken oder inneren Organen, entstehen
FurunkelEntzündungFurunkel sind direkt an einem Haarbalg liegende eitrige Entzündungen
KarbunkelEntzündungMehrere betroffene Haarbalge, die eine großflächigere Entzündung ergeben
PusEiterLateinischer Begriff für Eiter, die körpereigene Reaktion auf Entzündungen
Perityphitischer Abszess
EntzündungInnerer Abszess nahe am Wurmfortsatz zu finden, eigentlich ein Empyem
Subphrenischer AbszessEntzündungUnter dem Zwerchfell gelegenes Empyem
Douglas-AbszessEntzündungEntzündung des Bereiches zwischen Genital und Anus, also der Douglas-Region bei Frauen

zusätzliche Informationen über Abszesse

TEILENInformationenQuellenBildquellen
Für diese Hautkrankheit stehen keine weiteren Informationen zur Verfügung.
  • Moll, Ingrid: Duale Reihe Dermatologie, PDF-Publikation, ISBN 3-13-151737-9, Verlag Thieme, 2010
  • O´Malley, Dominici, Giraldo: Routine Packing of Simple Cutaneous Abscesses Is Painful and Probably Unnecessary, veröffentlicht in: Academic Emergency Medicine Volume 15 Issue 5, Seattle 2009
  • Hatz, Rudolf; Niedner, Roland; Vanscheidt, Wolfgang: Wundheilung und Wundmanagement, Fachliteratur, ISBN 3-54-056447-0, Verlag Springen, Berlin 1994
  • Herold, Gerd: Innere Medizin, Fachliteratur, ISBN 3-98-146603-9, Verlag Gerd Herold, Köln 2014
  • Fabian, Anne-Katrin: Der Brockhaus Gesundheit: Krankheiten erkennen, verstehen und heilen, Fachliteratur, ISBN 3-76-531576-1, Verlag Brockhaus, Berlin 2004
  • Ommer, Andreas; Herold, Alexander; Berg, Eugen: Kurzfassung der S3-Leitlinie: Analabszess, Online-Publikation, Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie, veröffentlicht in: AWMF online, Essen 2011