Was sind Windpocken?

Windpocken sind vor allem als klassische Kinderkrankheit bekannt. Sie wird durch das Virus des Typs Varizella-Zoster ausgelöst. Es wird in der Medizin auch als Humanes Herpesvirus der Kategorie 3 genannt.
Der Name Windpocken rührt von der gängigsten Übertragungsart der Hautkrankheit her: So kann das Virus beziehungsweise die Varizellen einige Zeit an der Luft überdauern und sich so über eine Entfernung von einigen Metern bei der Windpocken Ansteckung überwinden. Häufig geschieht dies durch eine Tröpfcheninfektion, also durch das Sprechen oder Niesen des Erkrankten. Hauptsächlich passiert dies im Frühjahr oder in den Wintermonaten.

Wie schon eingangs erläutert, sind meistens Kinder durch Windpocken betroffen. Oft werden Windpocken dann, genauso wie Masern oder Röteln, zu den Kinderkrankheiten gezählt. Die Hautkrankheit wird auch manchmal Wilde Blattern, Spitzplattern oder Wasserpocken genannt, wobei der Name Windpocken vermutlich am gängigsten ist.Oftmals stecken sich Kinder schon im Kindergarten an und leiden an den klassischen Symptomen, die in einem charakteristischen Hautausschlag am gesamten Körper gipfeln. Nach dem Abheilen, ist der Körper des ehemals erkrankten Kindes meistens jedoch lebenslang gegen eine erneute Infektion immun. Dabei hat sich schon ein Großteil der Menschen im Kindesalter mit dem Varizella-Zoster-Virus angesteckt und litten somit im Kindesalter an Windpocken.
Dies lässt sich an Untersuchungen des Blutbildes der Bevölkerung feststellen: über 95% der Untersuchten weisen Antikörper gegen das windpockenauslösende Virus auf, was heißt, dass der Körper zumindest einmal im Leben gegen diese Viren ankämpfen musste. Mindestens 9 von 10 Jugendliche haben zum Zeitpunkt ihres 15. Geburtstags eine Infektion mit dem Varizeller-Zoster-Virus und einen einhergehenden Ausbruch der Windpocken hinter sich.
So ist das Virus in der ganzen Welt verbreitet und kann in Entwicklungsländern tödliche Epidemien auslösen.In den meisten Fällen ist der Krankheitsverlauf der Windpocken aber gutartig und unproblematisch. Bei einer funktionierenden und gesunden Immunabwehr kann das Kind die Krankheit ohne schlimme Nachwirkungen überstehen. Windpocken bei Erwachsenen können hingegen leicht einen schwereren Krankheitsverlauf aufweisen. Hier fehlen die im frühen Stadium ausgebildeten Antikörper gegen das Virus, die vor allem bei schwangeren Frauen Komplikationen hervorrufen können. Windpocken während der Schwangerschaft können sich leicht auf den für Krankheiten anfälligen Fötus übertragen und zur tödlichen Gefahr werden. Daher ist eine Windpocken Impfung spätestens im Erwachsenenalter und ohne vorhergegangene Infektion sehr wichtig. Kinder und Jugendliche können seit einigen Jahren auch gegen entsprechende Varizellen geimpft werden.

Charakteristisch ist der Hautausschlag mit kleineren Bläschen, welcher sich nach und nach über den gesamten Körper ausbreitet und selbst behaarte Körperstellen und Schleimhäute befällt. Dieses typische Krankheitsbild wird von den Ärzten auch als Sternenhimmel bezeichnet. Dies rührt daher, dass verschiedene Veränderungen der Haut wie flüssigkeitsgefüllte Bläschen, kleine Schwellungen und Hautschorf auf einmal auftreten.
Ist die Krankheit überstanden, bleiben Viren des Typs Varizella-Zoster immer noch im Körper zurück. Der Organismus wird sie ein Leben lang nicht wieder los, die Erreger warten an Nervenenden auf eine erneute Aktivierung. Begünstigende Faktoren für den Ausbruch sind vor allem ein schwaches Immunsystem und Stress. Diese Reaktivierung kann sich äußerlich in Form einer Gürtelrose, also Herpes Zoster, zeigen. Vor allem Menschen im Alter von über 40 Jahren sind dafür anfällig, Kinder und Jugendliche sind nur in seltensten Fällen betroffen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass gut jeder fünfte Mensch der im Leben eine Windpockenerkrankung durchlebt hat, die Hautkrankheit der Gürtelrose bekommt.

Fakten auf einen Blick:

Bild von Windpocken - Illustriert
  • Windpocken sind eine bekannte Hautkrankheit, die vor allem Kinder betrifft
  • Ausgelöst wird diese Krankheit durch das Varizella-Zoster-Virus
  • Der Name Windpocken kommt von der häufigen Übertragungsart der Krankheit und dem überdauern der Erreger für zwei Stunden an der Luftoberfläche
  • Die Ansteckung ist als Schmier- oder Tröpfcheninfektion möglich
  • In den Winter- und Frühlingsmonaten steigt die Anzahl der Neuerkrankungen deutlich
  • Über neunzig Prozent der Kinder oder Jugendlichen litten schon einmal an Windpocken
  • In fast allen Fällen bleibt es bei einem einmaligen Ausbruch von Windpocken
  • Die Viren verbleiben zwar latent in Nervenden des Körpers bestehen, ein zweiter Ausbruch ist jedoch so gut wie unmöglich
  • Gegebenenfalls kann es im höheren Alter zur Reaktivierung des Virus und dann zu einer Gürtelrose kommen
  • Charakteristisch für Windpocken ist der ausgeprägte Hautausschlag am ganzen Körper
  • Es erscheinen überall auf der Körperoberfläche flüssigkeitsgefüllte Bläschen, Schwellungen und Schorfstellen
  • Diese erkrankten Stellen sind stark ansteckend
  • Vor allem Schwangere, die in ihrem Leben bislang nicht mit Windpocken in Berührung getreten sind, sollten Kontakt zu Erkrankten vermeiden
  • Die Krankheit kann im Schwangerschaftsfall kritischen Verlauf für Mutter und Kind nehmen
  • Phasenweise gehen auch allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen wie Husten mit der Krankheit einher

Medizinische Begriffe

Lateinischer BegriffArtBeschreibung
Varizella-Zoster-VirusKrankheitserregerVirus, das sich als Tröpfchen- und Schmierinfektion ausbreitet und Windpocken auslöst
Herpes zosterKrankheitsbildDie Hautkrankheit Gürtelrose, die in höherem Alter durch dasselbe Virus ausgelöst wird

zusätzliche Informationen über Windpocken

TEILENInformationenQuellenBildquellen
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  • Vegedes, Jan; Soldner, Georg: Das Kinder-Gesundheitsbuch: Kinderkrankheiten ganzheitlich vorbeugen und heilen, Fachliteratur, ISBN 3-83-383619-9, Verlag Gräfe und Unzer, München 2013
  • Scholz: Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen: mit 163 Tabellen, Fachliteratur, veröffentlicht in: Deutsche Gesellschft für Pädiatrische Infektiologie e.V., München 2003
  • Fairly; Miller: Varicella-zoster virus epidmiology – a changing scene?, Fachliteratur, veröffentlicht in: Infect Dis, 1996
  • Zieblod; von Kreis; Lang; Weigl; Schmitt; Severe complication of varicella in previously healthy children in Germany, Fachliteratur, veröffentlicht in: Pediatrics 11/01, Wissenschaftliches Abstract, 2001
  • Gross; Schöfer; Wassilew; u.a.: Zoster und Zosterschmerzen: Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Infektologie, Online-Publikation, veröffentlicht in: AWMF online, 2005