Bei der ärztlichen Diagnose durch die genaue Betrachtung des Hautbildes muss die Wundrose, in der Fachmedizin Erysipel genannt, klar von ähnlichen, durch Infektionen einhergehenden Hautkrankheiten unterschieden werden. Die gängige Blickdiagnose kann also im Einzelfall nicht ausreichend sein.
Die äußerlich auftretenden Hautausschläge ähnlich der Wundrose werden vom Arzt Phlegmone bezeichnet. Zusätzlich wird hier noch die Charakteristik der sichtbaren Begrenzung der Hautstellen aufgeführt.
Typischerweise tritt diese Hautveränderung in Form von sehr warmen Hautrötungen und Schwellstellen des betroffenen Areals auf. Jedoch gehen die äußerlichen Veränderungen der Haut nicht mit allgemeinen Krankheitssymptomen einher. Anders als die Wundrose sind begrenzte Phlegmone oft durch Bakterien des Typs Staphylokokken verursacht und nicht durch Streptokokken.
Darüber hinaus sind die Stellen deutlich dunkler oder gar bläulicher gefärbt als bei der Wundrose. Ein wichtiges Unterscheidungskriterium ist die Bildung von Eiter bei einem Phlegmon. Wundrosen eitern erst wenn es zu einer sogenannten Superinfektion kommt.
Die Differenzierung beider Hautkrankheiten ist rudimentär, da je nach Art des krankheitsauslösenden Bakteriums ein anderes Antibiotikum eingesetzt werden muss. Daher sollte bei der ärztlichen Diagnose auch nach chronischen oder aktuellen Krankheiten des Patienten gefragt werden, um Ursachen wie schwache Venen, Infektionen durch Pilze oder Diabeteserkrankungen mit in die Behandlung fließen zu lassen. So können systematisch Gründe für die Wundrose erschlossen und behandelt werden. Auf dieser Basis kann dann eine Therapie angegangen werden.
Auch sollte eine Verwechslung mit leichteren Krankheitsbildern wie beispielsweise Infektionen bei Schwäche der Venen möglichst vermieden werden. Die ähnlichen Symptome einer Entzündung der Venen am Unterschenkel können irreführend zur falschen Diagnose einer Wundrose am Bein führen. Auch wenn Symptome wie stellenweise Schwellungen oder ein Gefühl einer Schwere beim Bewegen auf Wundrosen hinweisen können, kann es sich auch um eine nicht-bakterielle Entzündung der Venen handeln.
Es ist also im Detail darauf zu achten, dass bei einer Hauterkrankung durch Probleme der Venen weitläufigere Abschlüsse der geröteten Stellen entstehen und die Schwellungen deutlich stärker ausfallen. Es entstehen gar verhärtete Stellen, die Stau beim Abfluss der Lymphflüssigkeit verursachen und so den Heilungsprozess be- oder sogar verhindern.
Damit die Hautkrankheit mit vollkommener Sicherheit diagnostiziert werden können, kann der Arzt im Zweifelsfall eine Blutprobe oder einen Abstrich des Patienten entnehmen. So können Verwechslungen mit Allergien oder anderen Krankheiten wie Borreliose vermieden werden. Der alleinige Test auf Antikörper gegen Bakterien des Typs Streptokokken reicht oftmals nicht aus, da sich viele Menschen sehr schnell und leicht mit den Bakterien anstecken und so Antikörper bei leichten Krankheitsverläufen schon vorher ausgebildet haben könnten.
Genauer bestimmt der CRP-Wert die Art der Hautkrankheit am treffendsten, da hier ein Rückschluss von der Menge der im Körper vorhandenen weißen Blutkörperchen auf die Erkrankung getroffen werden kann.